Eine Woche Vorbereitungsreise und eine Woche Jobshadowing – zwei Wochen Frankreich.
Am 5. Oktober brachen wir, Prof. Haas und Prof. Söser, für eine Woche in die Normandie auf, um die Erasmus+-Projektreise mit einer SchülerInnengruppe im kommenden Juni vorzubereiten und die Kontakte mit unserer Partnerschule, dem Lycée Sédar Senghor in Évreux, zu vertiefen.
Thema unserer Projektreise werden die Geschehnisse in Frankreich gegen Ende des Zweiten Weltkriegs sowie der Austausch mit SchülerInnen aus Évreux sein.
Aus diesem Grund besichtigten wir vorab – teilweise gemeinsam mit SchülerInnen und KollegInnen des Lycée Senghor – Gedenkstätten in der Normandie, etwa den Landungsstrand der Alliierten „Sword Beach“, den Commonwealth-Soldatenfriedhof in Ranville, das „Mémorial“ in Caen und das „Musée de la Libération“ in Paris. Außerdem planten wir gemeinsame Aktivitäten für unsere französischen und österreichischen SchülerInnen.
In der zweiten Woche löste Prof. Schned Prof. Söser in Frankreich ab – diesmal für ein Erasmus+-Jobshadowing am Collège Jean Moulin in Moreuil, ebenfalls im Norden Frankreichs. SchülerInnen besuchen dort ein französisches „Collège“, eine vierjährige Gesamtschule für 11- bis 15-Jährige.
Eine Schulwoche lang nahmen wir an verschiedenen Unterrichtsstunden teil und sprachen mit Personen, die den Schulalltag in Frankreich am Laufen halten. Neben LehrerInnen und administrativem Personal sind dort z.B. auch eine Erzieherin und mehrere ErziehungsassistentInnen angestellt. Sie verwalten genauest die Ab- und Anwesenheiten der SchülerInnen, beaufsichtigen sie während Freistunden, Pausen und beim Mittagessen in der Kantine und sind erste AnsprechpartnerInnen bei Konflikten oder anderen Problemen.
Weiters sind eine Krankenschwester, eine Psychologin und eine Sozialarbeiterin mehrmals pro Woche vor Ort und kümmern sich um das Wohlergehen der SchülerInnen. Um die Inklusion von SchülerInnen mit Behinderungen zu ermöglichen, werden diese zusätzlich von Schulassistenzkräften unterstützt.
Sehr aufschlussreich war auch das Gespräch mit dem Koch der Schulkantine, der uns interessante Einblicke in die Abläufe einer Schulküche gab, in der täglich rund 450 Mahlzeiten zubereitet und ausgegeben werden. Die Kantine ist ein zentraler Ort im französischen Schulalltag, da alle Schulen Ganztagesschulen mit Unterricht bis 16.00 oder 17.00 Uhr sind.
Wir waren beeindruckt von der Vielzahl spezialisierter Berufsgruppen, die sich um das Zusammenleben in einer französischen Schule kümmern, überrascht darüber, dass Pausen bei jedem Wetter im Schulhof verbracht werden, und begeistert von der regionalen, saisonalen und zugleich schmackhaften Kantinenküche.
Am meisten überwältigte uns jedoch die Fähigkeit von 450 SchülerInnen, innerhalb von vier Sekunden mucksmäuschenstill zu sein, um des am 16. Oktober 2020 aus islamistischen Motiven ermordeten französischen Lehrers Samuel Paty zu gedenken.
Wir kehren mit vielen neuen Ideen, wertvollen Erfahrungen und großem Respekt vor der französischen Schulkultur zurück. Die Begegnungen und Einblicke vor Ort haben uns inspiriert und bestärkt, den europäischen Austausch weiter zu vertiefen. Mit großer Vorfreude blicken wir auf die kommenden gemeinsamen Projekte mit dem Lycée Sédar Senghor in Évreux und dem Collège Jean Moulin in Moreuil – und darauf, unseren SchülerInnen bald ähnliche bereichernde Erfahrungen zu ermöglichen.
