Mein Erasmus+ Aufenthalt in Spanien war eine unvergessliche und prägende Erfahrung. Vom 7. März bis zum 4. April hatte ich die Möglichkeit, in Málaga, genauer gesagt im Stadtteil El Palo, zu leben und einen Eindruck vom spanischen Alltag zu bekommen. Während dieser Zeit besuchte ich die Schule IES El Palo und wohnte bei einer freundlichen Gastfamilie.
Der Schulalltag unterscheidet sich in einigen Punkten von dem, was ich gewohnt bin. Besonders auffällig waren die Regelungen zu WC und Handynutzung: Das Handy durfte grundsätzlich nicht verwendet werden, da es sonst eingezogen wurde. Um auf die Toilette zu gehen, musste man stets die Lehrperson um Erlaubnis bitten. Vor den WCs saß eine Lehrperson, die auf einer Liste die Namen der SchülerInnen abhakte. Das Toilettenpapier befand sich auf einem Tisch im Gang und musste dort selbst abgerissen werden. In den Toiletten selbst gab es weder WC-Brillen noch Klodeckel, was zunächst etwas gewöhnungsbedürftig war.
Sehr positiv empfand ich die Möglichkeit, dem Unterricht in einer anderen Sprache zu folgen, spanische Tests in Psychologie und Englisch mitzuschreiben und so einen authentischen Einblick in das spanische Schulsystem zu erhalten. In meiner Klasse fühlte ich mich sehr wohl; ich verstand mich gut mit meinen Mitschüler*innen und lernte darüber hinaus auch viele Schüler*innen aus anderen Klassen kennen.
Meine Freizeit nutzte ich, um die Umgebung zu erkunden, spazieren zu gehen, am Strand zu jonglieren, mich mit Freunden zu treffen oder Restaurants auszuprobieren. Ich traf mich oft mit Freunden aus meiner Schule und fand es sehr schön, mich in Spanisch mit ihnen zu unterhalten und Zeit mit ihnen zu verbringen. Ich unternahm auch jeden Tag etwas mit vier Freunden aus Polen, von denen drei auch bei meiner Gastmutter waren. In meiner Freizeit lernte ich viele andere Leute aus verschiedensten Ländern kennen, wie zum Beispiel eine Familie aus Rumänien und Afrika, eine Familie aus dem Zentrum von Málaga, einen Fotografen aus Holland, eine Gruppe von Schüler*innen aus Linz, mit denen ich mich auch einmal getroffen habe,… Ich habe große Freude und Interesse daran neue Leute kennenzulernen, vor allem aus verschiedenen Ländern.
In den Osterferien besuchte mich meine Familie und wir unternahmen Ausflüge nach Gibraltar, Mijas und Nerja, welche sehr toll waren. In Gibraltar waren wir auf dem Peñón de Gibraltar, wo wir viele freilebende Affen sahen und danach gingen wir typisch Englisch essen. Mijas und Nerja sind zwei schöne weiße Bergdörfer und am Strand von Nerja sahen wir sogar mehrere Delfine.
Ein weiterer bedeutender Teil meines Aufenthalts war mein Engagement in einer Tierauffangstation in Málaga, wo ich ein paar Mal ausgeholfen und mehrere tolle Leute kennengelernt habe. Mir gefiel es sehr gut, Zeit mit den Hunden zu verbringen und ich lernte auch viel Neues im Umgang mit ihnen. Ich hatte auch schon nach dem ersten Mal Arbeiten eine Lieblingshündin, Pandora, ein Malinois Mischling mit nur drei Beinen, die mir sofort ans Herz gewachsen ist und die ich am liebsten mit nach Hause genommen hätte. Die Erfahrung bei der Tierauffangstation war für mich sehr bereichernd, da ich in den Sommerferien und nach der Matura auch in diesem Bereich arbeiten will.
Insgesamt war mein Erasmus+ Aufenthalt eine wertvolle Erfahrung, die mich sowohl persönlich als auch kulturell weitergebracht hat. Ich habe nicht nur meine Sprachkenntnisse verbessert, sondern auch viele neue Eindrücke gesammelt, neue Menschen kennengelernt und gelernt, mich in einer anderen Umgebung zurechtzufinden. Ich bin sehr dankbar diese Möglichkeit gehabt zu haben und empfehle jedem so eine Erfahrung zu machen.
