WIR – Religion – Ethik

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Das Gymnasium Werndlpark geht in der Werte- und Religionenbildung völlig neue Wege: Mit dem schulautonomen Pflichtgegenstand "W.I.R. – Werte - Interkulturelles Lernen - Religionen" erhalten alle Schülerinnen und Schüler von der 1. bis zur 8. Klasse ein zweistündiges Angebot in diesem Bereich, bestehend aus:

  • einer Wochenstunde W.I.R. im Klassenverband – gemeinsamer Unterricht unabhängig von religiöser, kultureller oder sprachlicher Prägung zu Themen aus Religion, Ethik und Wertebildung
  • einer Wochenstunde konfessionellem Religionsunterricht (katholisch, evangelisch, orthodox) oder einer Wochenstunde Ethik

Mit diesem Modell setzt das Gymnasium Werndlpark eine Wertebildung für alle um, die politisch bereits lange gefordert und versprochen, aber bisher nie eingelöst wurde. In einer immer diverser und pluraler werdenden Gesellschaft ist für uns gerade der interkulturelle und interreligiöse Austausch wichtig: Nur gemeinsam lässt sich ein geteiltes Verständnis für uns verbindende Werte entwickeln.

Die 1B ist eine von neun WIR-Klassen

Das Konzept

Konzeptübersicht: WIR – Religion – Ethik

Das umfassende Wertebildungs-Konzept am Gymnasium Werndlpark sieht von der 1. bis zur 4. Klasse (Unterstufe) zwei Schienen vor: Eine gemeinsame Schiene für alle Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrer religiösen oder kulturellen Prägung (WIR – orange) und eine spezifische Schiene, in der unsere Schülerinnen und Schüler einen Unterricht ihrer Konfession (z.B. röm.-kath.) oder einen konfessionsfreien Ethikunterricht besuchen können.

Damit bietet das Gymnasium Werndlpark als (bisher) einzige österreichische Schule ein umfassendes Konzept für eine gemeinsame Wertebildung. Anstelle der an den meisten Schulen üblichen Aufsicht für Schülerinnen und Schüler, die keinen Religionsunterricht besuchen können oder wollen, tritt ein Angebot, das auch nicht (nur) in "konfessionell" und "nicht konfessionell" auftrennt, sondern als Kern einen gemeinsamen Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler vorsieht. Dabei wird das Gemeinsame über das Trennende gestellt und nicht voneinander, sondern miteinander gelernt.

Der Lehrplan

Neben dem gesetzlich vorgegebenen Lehrplan für die konfessionellen Religionsunterrichte wurde am Gymnasium Werndlpark ein schulautonomer Lehrplan für das Fach "Werte - Interkulturelles Lernen - Religionen (W.I.R.)" entwickelt. Dieser Lehrplan wurde im Frühjahr 2025 vom Schulgemeinschaftsausschuss (SGA) einstimmig beschlossen und mit dem Schuljahr 2025/2026 eingeführt.

Im Rahmen des zweischienigen Konzepts WIR - Religion/Ethik wurden dabei Unterrichtsinhalte aus den konfessionellen Religionsunterrichten, die für die gesamte Klassengruppe relevant sind (v.a. ethische und wertebildende Themen, aber auch der interreligiöse und interkulturelle Austausch), zu W.I.R. verschoben. Gleichzeitig wurde darauf geachtet, auch im Religionsunterricht ausreichend Raum für "nicht-religiöse" Fragestellungen zu lassen.

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Lehrplan WIR als Download

W.I.R. in den Medien

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WIR in den OÖN (20.11.2025)

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WIR auf MeinBezirk (17.11.2025)

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WIR in den Tips (20.11.2025)

Fragen & Antworten

Für das zweischienige Konzept am Gymnasium Werndlpark gibt es mehrere Gründe:

  • Spätestens seit der Corona-Pandemie nehmen wir eine immer stärkere Polarisierung in der Gesellschaft wahr, die sich letztlich vor allem an Fragen von Werten und kulturellen Prägungen entzündet. Ein gemeinsames Diskutieren, Aushandeln und auch Ertragen von unterschiedlichen Wertvorstellungen und Weltanschauungen ist aus unserer Sicht ein unbedingt notwendiger Schlüssel für ein gutes, friedvolles und nachhaltiges Miteinander in der Gesellschaft. Dieses Verständnis muss bereits in der Schule grundgelegt werden – und das geht nur gemeinsam, nicht aufgetrennt nach Religionsbekenntnissen.
  • Der Ethikunterricht der Oberstufe hat sich über die Jahre bewährt und steht gleichwertig neben dem konfessionellen Religionsunterricht. Beide Unterrichtsformen bieten gute Angebote für unsere Schülerinnen. Eine Ausdehnung des Ethikunterrichts als alternatives Pflichtfach auf die Unterstufe ist rechtlich derzeit allerdings nicht möglich. Zudem würde ein paralleler Ethik- und Religionsunterricht letztlich wieder eine Trennung bedeuten: Schülerinnen und Schüler einer Konfession würden in der einen Gruppe unterrichtet werden, Schülerinnen und Schüler anderer Konfessionen oder ohne Konfession in anderen Gruppen. Diese Trennung ist nicht förderlich für das Erarbeiten gemeinsamer Wertepools und einer Haltung, die unterschiedliche Wertvorstellungen auszuhalten lernt.
  • Der konfessionelle Religionsunterricht hat am Gymnasium Werndlpark eine lange Tradition und hohe Qualität. Es ist für uns unabdingbar, diesen Schatz zu erhalten. Gleichzeitig verändert sich die Gesellschaft und die religiöse Pluralität wird auch in Schüler*innenzahlen, vor allem aber in der Zahl der Verfügbaren Lehrer*innen spürbar. Aus derzeitiger Sicht wird ein rein konfessionelles Angebot spätestens in 5-10 Jahren nicht mehr aufrecht zu erhalten sein, weil dafür vor allem Lehrpersonen fehlen werden. Es gibt also auch personaltechnische Gründe für eine Neuaufstellung, die die Werte- und Religionenbildung auf mehrere Schultern lagert.

NochFragenAnliegenBedenkenWünsche?

Unser Werte- und Religionenbildungsmodell ist noch sehr neu und wir sammeln derzeit vor allem Erfahrungen. Ihre Rückmeldungen, Ideen und Anliegen sind dabei wichtig – schreiben Sie sie uns an:

direktion@werndlpark.at